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Perfekte Brutbedingungen für Mücken durch das Hochwasser vom Juni 2013

In vielen überfluteten Regionen geht der Wasserspiegel langsam zurück, doch die Freude hält sich in Grenzen. Denn die nächste Plage ist kurz vorm Schlüpfen: die Mücke. Ob es so weit kommt, hängt jedoch von der Wetterlage ab.
 
Vielen Überschwemmungsgebieten in Deutschland könnte in wenigen Wochen eine Mückenplage bevorstehen. Der Wasserspiegel sinkt und zurück bleiben Tümpel, die voll von organischem Schwemmmaterial wie Einzellern, kleinen Tieren oder Tier – und Pflanzenresten sind. Die Bedingungen für die Mückenlarven sind optimal, denn die Weibchen legen ihre Eier in feuchten Auenbereichen oder Wiesen ab. Durch das Hochwasser erstreckt sich ihr Lebensraum somit weiter. Dabei können in jedem Quadratmeter Uferbereich bis zu 50.000 Mückeneier heranreifen.

Zuvor müssen sich aber die Mücken noch paaren und die Weibchen die so genannte "Blutmahlzeit" zu sich nehmen. Erst mit den Nährstoffen des Menschenblutes kann das Weibchen Eier produzieren und legen. Je nach Wetterlage schlüpfen die Larven bereits nach wenigen Wochen. Bei warmen Temperaturen dauert die Entwicklung der Larven etwa eine Woche, bei Kälte an die zwei Wochen oder sogar länger. Wie schnell die befürchtete Mückenplage ausbricht, hängt also stark von dem Wetter in nächster Zeit ab.

Für die Bekämpfung dieser so genannten Überschwemmungsmücke gibt es schon Lösungen, jedoch nur regional. In Rheingebieten, die öfter von Überschwemmungen betroffen sind, sind bereits Mitarbeiter der Kabs (Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage) damit beschäftigt die Larven zu vernichten. Mit einem Bakterien-Toxin werden die Larven aus der Luft oder am Boden bespritzt und sterben. Im Süden und Osten Deutschlands gibt es jedoch keine Experten für die Mückenbekämpfung, sodass die Larven hier in Ruhe schlüpfen können.

Wir möchten Ihnen deshalb ein paar Tipps mitgeben, wie Sie sich vor den juckenden Stichen schützen können:

  • Halten Sie sich vermehrt drinnen auf
  • Zeigen Sie nicht zu viel Haut und somit Angriffsfläche
  • Bleiben Sie in Bewegung
  • Bringen Sie Fliegengitter an den Fenstern oder ein Moskitonetz über dem Bett an
  • Insektenabwehrmittel für die Haut können temporär auch behilflich sein
  • Verteilen Sie Duftstoffe im Zimmer (z.B. Zitrone), denn Mücken werden vom Geruch des Menschen angezogen
  • Wurden sie gestochen: NICHT Kratzen!

Es werden aber auch Stimmen laut, die das Wort Mückenplage vermeiden. Julian Heiermann, Insektenexperte beim Naturschutzbund Deutschland (Nabu), erklärt, dass das hohe Mückenaufkommen nicht unbedingt nur mit dem Hochwasser zusammenhängt. Auch wenn er ebenfalls mit einem ungewöhnlich hohen Vorkommen der Mücke in nächster Zeit rechnet, würde er dies nicht unbedingt nur auf das aktuelle Hochwasser zurückführen, sondern den Klimawandel allgemein. Die Mücken seien Bio-Indikatoren für den Klimawandel.

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